Anhand des amtlichen Textes der Verordnung (EU) 2025/40 überprüft am 22. Oktober 2026.
PPWR-Konformitätserklärung: Vorlage kostenlos herunterladen (Anhang VIII)
Das Muster aus Anhang VIII als leere Vorlage, mit einem Ausfüllhinweis unter jedem der acht Punkte und einer Seite „So füllen Sie diese Vorlage aus“: wer unterzeichnet, welche Anforderungen der Artikel 5 bis 12 heute gelten, Aufbewahrung. Word und PDF, ohne Registrierung.
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Was ist die PPWR-Konformitätserklärung?
Die PPWR-Konformitätserklärung (englisch: Declaration of Conformity, kurz DoC) ist ein rechtsverbindliches Dokument, mit dem ein Erzeuger erklärt, dass eine Verpackung die Anforderungen der Verordnung (EU) 2025/40 — der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) — erfüllt. Rechtsgrundlage ist Artikel 39 der Verordnung (EU) 2025/40; die inhaltliche Struktur gibt Anhang VIII vor.
Die PPWR-Konformitätserklärung ist kein CE-Kennzeichen und keine Zertifizierung durch eine Drittpartei. Sie ist eine Eigenerklärung des Erzeugers auf eigene Verantwortung: Die Konformitätsbewertung erfolgt nach dem in Anhang VII festgelegten Verfahren — Modul A, interne Fertigungskontrolle. Eine notifizierte Stelle ist dafür nicht erforderlich. Im Unterschied zum digitalen Produktpass (DPP), der produktbezogene Daten den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette nach den jeweils festgelegten Zugangsrechten zugänglich macht, richtet sich die Konformitätserklärung primär an Marktüberwachungsbehörden und nachgelagerte Wirtschaftsakteure.
Der Zusammenhang zur Ökodesign-Verordnung (ESPR) ist konzeptionell eng: Beide Regelwerke folgen dem Ansatz des New Legislative Framework der EU, wonach der verantwortliche Wirtschaftsakteur die Konformität selbst bewertet und dokumentiert. Die PPWR schlägt diesen Mechanismus nun auf Verpackungen durch.
Wer muss eine Konformitätserklärung ausstellen?
Die Pflicht trifft den Erzeuger — und nur ihn. Nach Artikel 15 Absatz 2 PPWR führt der Erzeuger vor dem Inverkehrbringen das Konformitätsbewertungsverfahren nach Artikel 38 durch oder lässt es durchführen, erstellt die technische Dokumentation nach Anhang VII und stellt anschließend die EU-Konformitätserklärung nach Artikel 39 aus. Anhang VIII Nummer 3 formuliert es ausdrücklich: „Die alleinige Verantwortung für die Ausstellung dieser Konformitätserklärung trägt der Erzeuger." Artikel 39 Absatz 4 bestätigt das noch einmal.
- Erzeuger (Artikel 3 Absatz 1 Nummer 13) ist, wer eine Verpackung oder ein verpacktes Produkt herstellt — oder unter eigenem Namen bzw. eigener Marke entwickeln oder herstellen lässt. Er stellt die Konformitätserklärung aus.
- Hersteller (Artikel 3 Absatz 1 Nummer 15) ist demgegenüber „jeder Erzeuger, Importeur oder Vertreiber", der Verpackungen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats erstmals bereitstellt. Dieser Begriff gehört zur erweiterten Herstellerverantwortung — also zu Registrierung und Entsorgungsbeteiligung, nicht zur Konformitätserklärung.
Die übrigen Wirtschaftsakteure haben klar abgegrenzte, andere Rollen:
- Bevollmächtigte: Der Erzeuger kann nach Artikel 17 schriftlich einen Bevollmächtigten benennen. Dessen Auftrag muss ihm mindestens erlauben, die Konformitätserklärung und die technische Dokumentation für die Marktüberwachungsbehörden bereitzuhalten (fünf bzw. zehn Jahre) und angeforderte Unterlagen binnen zehn Tagen vorzulegen. Ausdrücklich nicht Teil des Auftrags sein können die Pflichten aus Artikel 15 Absatz 1 und die Erstellung der technischen Dokumentation. Die alleinige Verantwortung bleibt in jedem Fall beim Erzeuger.
- Importeure: Sie stellen keine eigene Konformitätserklärung aus. Nach Artikel 18 vergewissern sie sich vor dem Inverkehrbringen, dass der Erzeuger das Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt hat und die technische Dokumentation nach Anhang VII vorliegt, und bewahren eine Kopie der Erklärung auf.
- Wenn aus dem Händler ein Erzeuger wird: Ein Importeur oder Vertreiber gilt selbst als Erzeuger und trägt dessen Pflichten, sobald er Verpackungen unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt oder eine bereits in Verkehr gebrachte Verpackung so verändert, dass die Konformität berührt sein könnte (Artikel 21; Erwägungsgrund 82). Wer eine Eigenmarke führt, sollte sein Packmittelportfolio daher gezielt auf diese Definition prüfen.
Der Anwendungsbereich ist weit: Die PPWR erfasst alle Verpackungen — unabhängig von Material (Kunststoff, Papier, Glas, Metall, Holz), Verwendungszweck und Herkunft — die auf dem EU-Markt bereitgestellt werden. Ausnahmen sind eng begrenzt.
Welche Anforderungen gelten am 12. August 2026 wirklich?
Die Verordnung gilt ab dem 12. August 2026 (Artikel 71). Daraus folgt aber nicht, dass alle Anforderungen der Artikel 5 bis 12 an diesem Tag anwendbar wären. Mehrere greifen erst später oder hängen an delegierten Rechtsakten und Durchführungsrechtsakten, die noch nicht erlassen sind. Eine Erklärung, die pauschal die Erfüllung sämtlicher Artikel 5 bis 12 behauptet, bescheinigt daher etwas, das zum Stichtag rechtlich noch gar nicht verlangt wird.
| Anforderung | Anwendbar ab |
|---|---|
| Anforderungen für Stoffe in Verpackungen, u. a. Schwermetallgrenzwerte und die PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelkontakt (Artikel 5) | 12. August 2026 |
| Keine Doppelwände, falschen Böden oder unnötigen Schichten; kein lediglich vergrößertes wahrgenommenes Volumen (Artikel 10 Absatz 2) | 12. August 2026 nach dem Wortlaut der Verordnung; 1. Januar 2030 nach der Lesart der Kommission (siehe unten) |
| Anforderungen, nach denen Verpackungen als wiederverwendbar gelten, soweit einschlägig (Artikel 11 Absatz 1, der Verpackungen betrifft, die ab dem 11. Februar 2025 in Verkehr gebracht werden) | 12. August 2026 |
| Kompostierbarkeit der in Artikel 3 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe f genannten Verpackungen und der Obst- und Gemüseaufkleber (Artikel 9 Absatz 1) | 12. Februar 2028 |
| Harmonisierte Kennzeichnung: Angaben über die Materialzusammensetzung, um den Verbrauchern das Sortieren zu erleichtern (Artikel 12 Absatz 1) | Nicht vor dem 12. August 2028: 24 Monate nach Inkrafttreten des Durchführungsrechtsakts zur harmonisierten Kennzeichnung, je nachdem, welcher Zeitpunkt der spätere ist (siehe unten) |
| Recyclingfähigkeit — Design for Recycling und Leistungsklassen (Artikel 6 Absätze 2 und 3) | 1. Januar 2030 |
| Mindestrezyklatanteil in Kunststoffverpackungen (Artikel 7) | 1. Januar 2030 |
| Minimierung von Gewicht und Volumen der Verpackung (Artikel 10 Absatz 1) | 1. Januar 2030 |
| Recycling in großem Maßstab (Artikel 6 Absatz 2 Buchstabe b) | 1. Januar 2035 |
Nur einige dieser Termine sind Untergrenzen: Artikel 6 (Absätze 2 und 3), Artikel 7 (Absatz 1) und Artikel 12 (Absätze 1 und 2) verbinden ein Kalenderdatum mit einer Frist ab Inkrafttreten des einschlägigen delegierten Rechtsakts oder Durchführungsrechtsakts, „je nachdem, welcher Zeitpunkt der spätere ist" (Artikel 12 Absatz 1). Erlässt die Kommission diese Rechtsakte später, verschieben sich die betreffenden Anforderungen nach hinten. Artikel 9 Absatz 1 (12. Februar 2028) und Artikel 10 Absatz 1 (1. Januar 2030) nennen dagegen feste Termine. Der Durchführungsrechtsakt zur harmonisierten Kennzeichnung, den die Kommission nach Artikel 12 Absatz 6 bis zum 12. August 2026 erlassen sollte, war am 22. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht; die Kennzeichnungspflicht nach Artikel 12 Absatz 1 greift daher erst 24 Monate nach seinem Inkrafttreten.
Lesart der Kommission. In ihren Leitlinien zur Verordnung (EU) 2025/40 (Bekanntmachung C/2026/3084, ABl. C vom 10. Juni 2026, nicht verbindlich) hält die Kommission Artikel 10 insgesamt erst ab dem 1. Januar 2030 für anwendbar: Nach Artikel 70 Absatz 1 Buchstabe b bleiben die bestehenden Anforderungen zur Minimierung von Verpackungen und die Norm EN 13428:2004 bis Ende 2029 in Kraft; „danach gelten sowohl Artikel 10 Absatz 1 als auch Artikel 10 Absatz 2 (ab dem 1. Januar 2030)" (Abschnitt 10). Zur Recyclingfähigkeit hält sie fest, dass die Erzeuger das Konformitätsbewertungsverfahren nach Artikel 38 und Anhang VII insoweit erst ab Inkrafttreten der delegierten Rechtsakte nach Artikel 6 Absatz 4 durchführen müssen (Abschnitt 6). Maßgeblich bleibt der Wortlaut der Verordnung; halten Sie in der technischen Dokumentation fest, welcher Lesart Sie folgen.
Was die Erklärung derzeit abdecken muss. In ihrer Handreichung „Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) and small businesses: What do I need to know?" (Oktober 2026, nur auf Englisch, nicht verbindlich) schreibt die Generaldirektion Umwelt der Kommission, dass die Konformitätserklärung vorerst, da nur wenige Vorschriften der PPWR anwendbar sind, nur die Anforderungen an besorgniserregende Stoffe nach Artikel 5 abdecken muss: die Summe der Konzentrationen von Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertigem Chrom (100 mg/kg, Artikel 5 Absatz 4) und, bei Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, die PFAS-Grenzwerte (Artikel 5 Absatz 5). Wer dem Wortlaut von Artikel 10 Absatz 2 folgt, nimmt diesen zusätzlich auf.
Artikel 8 (biobasierte Rohstoffe in Kunststoffverpackungen) begründet im Übrigen keine Pflicht für Wirtschaftsakteure: Er verpflichtet allein die Kommission, bis zum 12. Februar 2028 den Stand der Technik zu überprüfen.
Die VCI-Handreichung zur PPWR-Konformitätserklärung formuliert denselben Vorbehalt in ihrem Muster zu Nummer 5: Die Erklärung bezieht sich auf die Artikel 5 bis 12, „wobei zu berücksichtigen ist, dass einzelne Bestimmungen gemäß den in der PPWR vorgesehenen Übergangsregelungen und delegierten Rechtsakten erst zu einem späteren Zeitpunkt Anwendung finden".
Pflichtfelder nach Anhang VIII (Art. 39 PPWR)
Anhang VIII der Verordnung (EU) 2025/40 gibt das Muster vor: die Kennnummer der Erklärung, acht nummerierte Punkte und den Unterschriftsblock. Fehlt auch nur ein Pflichtfeld, ist die Erklärung unvollständig.
| Nr. | Pflichtfeld | Beschreibung / Beispiel |
|---|---|---|
| Kopf | Kennnummer der Erklärung | „EU-Konformitätserklärung Nr. …": die Nummer, die Sie der Erklärung geben |
| 1 | Eindeutige Verpackungskennung | Modell-, Artikel- oder Chargennummer zur Rückverfolgbarkeit (z. B. SKU, EAN oder interne Referenz) |
| 2 | Angaben zum Erzeuger | Vollständiger Name und Anschrift des Erzeugers; ggf. Name und Anschrift des Bevollmächtigten |
| 3 | Verantwortungserklärung | Ausdrückliche Erklärung, dass die DoC in alleiniger Verantwortung des Erzeugers ausgestellt wird |
| 4 | Gegenstandsbeschreibung | Eindeutige Beschreibung der Verpackung (Typ, Material, Schichten, ggf. Foto) zur Identifikation |
| 5 | Konformitätsaussage | Erklärung, dass der unter Nummer 4 genannte Gegenstand die einschlägigen Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union erfüllt: die Verordnung (EU) 2025/40, beschränkt auf die am Tag des Inverkehrbringens anwendbaren Anforderungen der Artikel 5 bis 12, sowie Verweis auf die anderen angewandten Rechtsakte der Union |
| 6 | Angewandte Normen oder Spezifikationen | Verweis auf harmonisierte Normen, gemeinsame Spezifikationen oder andere technische Spezifikationen, für die die Konformität erklärt wird. Am 22. Oktober 2026 waren nach der Verordnung (EU) 2025/40 weder harmonisierte Normen im Amtsblatt veröffentlicht noch gemeinsame Spezifikationen erlassen (Artikel 36 und 37): anzugeben sind die anderen technischen Spezifikationen und Prüfverfahren |
| 7 | Angaben zur notifizierten Stelle | Für Verpackungen in der Regel „nicht zutreffend" (Modul A, keine Drittparteiprüfung erforderlich) |
| 8 | Zusätzliche Angaben | Etwa Verweis auf die technische Dokumentation oder die ersetzte Fassung |
| Schluss | Unterzeichnet für und im Namen von | Ort und Datum der Ausstellung, Name, Funktion und Unterschrift der zeichnungsberechtigten Person |
Schritt-für-Schritt: Konformitätserklärung erstellen
Die folgenden Schritte beschreiben den typischen Prozess für einen Erzeuger, der seine erste PPWR-Konformitätserklärung erstellt.
- Rolle klären. Prüfen Sie zuerst, ob Sie für die betreffende Verpackung Erzeuger im Sinne von Artikel 3 Absatz 1 Nummer 13 sind — insbesondere, wenn Sie unter eigener Marke abfüllen oder abfüllen lassen. Nur der Erzeuger stellt die Erklärung aus.
- Verpackungsinventar aufstellen. Erfassen Sie alle Verpackungstypen, die Sie auf dem EU-Markt in Verkehr bringen. Jeder Verpackungstyp (Primär-, Sekundär-, Transportverpackung) benötigt eine eigene Erklärung: Nach Anhang VII Nummer 4 stellt der Erzeuger für jede Verpackungsart eine schriftliche Konformitätserklärung aus.
- Anwendbare Anforderungen bestimmen. Gleichen Sie Ihre Verpackung mit den Artikeln 5 bis 12 ab — und zwar nur mit den zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens bereits anwendbaren (siehe Tabelle oben). Zum 12. August 2026 ist das nach der Handreichung der Kommission für kleine Unternehmen vom Oktober 2026 in der Praxis nur Artikel 5; nach dem Wortlaut der Verordnung kommen Artikel 10 Absatz 2 und, soweit einschlägig, Artikel 11 hinzu (siehe oben). Dokumentieren Sie die Prüfergebnisse in der technischen Dokumentation nach Anhang VII.
- Technische Dokumentation zusammenstellen. Allgemeine Beschreibung der Verpackung und ihres Verwendungszwecks, Materialzusammensetzung aller Schichten, Designzeichnungen, Prüfberichte zu Schwermetallen und PFAS-Grenzwerten, angewandte Normen und Prüfmethoden. Diese Unterlagen sind die Grundlage der Erklärung; sie müssen nicht beigelegt, aber auf Anfrage vorgelegt werden können.
- Konformitätserklärung ausfertigen. Nutzen Sie die Struktur nach Anhang VIII (acht Pflichtfelder, siehe Tabelle oben). Nach Artikel 39 Absatz 2 ist die Erklärung in der oder den Sprachen abzufassen oder zu übersetzen, die der Mitgliedstaat vorschreibt, in dem die Verpackung in Verkehr gebracht oder bereitgestellt wird.
- Erklärung unterzeichnen. Die Unterzeichnung muss durch eine zeichnungsberechtigte Person mit Angabe von Ort, Datum und Funktion erfolgen.
- Aufbewahrung sicherstellen. Nach Artikel 15 Absatz 3 gilt eine Aufbewahrungspflicht von fünf Jahren (Einwegverpackungen) bzw. zehn Jahren (wiederverwendbare Verpackungen) ab dem Tag des Inverkehrbringens der Verpackung. Richten Sie ein strukturiertes Dokumentenmanagementsystem ein.
- Aktuell halten. Die Erklärung wird nach Artikel 39 Absatz 2 „stets auf dem neuesten Stand gehalten". Ändern sich Gestaltung, Merkmale oder die zugrunde gelegten Normen und könnte das die Konformität beeinträchtigen, ist die Bewertung nach Artikel 38 erneut durchzuführen (Artikel 15 Absatz 4); mit dem Wirksamwerden der Anforderungen für 2028 und 2030 ist die Erklärung ohnehin fortzuschreiben.
- Prozess skalieren. Unternehmen mit hunderten oder tausenden Verpackungsvarianten benötigen einen automatisierten Ansatz. Der PPWR-Dokument-Generator von DPP-Tool erstellt die Konformitätserklärung nach Anhang VIII und die zugehörige technische Dokumentation nach Anhang VII in wenigen Minuten — 49 € je Erklärung, ohne Abokosten.
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Jetzt Erklärung erstellen (49 €)Häufige Fehler bei der PPWR-Konformitätserklärung
- Erzeuger und Hersteller verwechselt. Der häufigste Fehler im deutschsprachigen Raum. Wer die Erklärung auf den „Hersteller" im Sinne der erweiterten Herstellerverantwortung ausstellt, benennt den Akteur der erweiterten Herstellerverantwortung — nicht den nach Artikel 15 Absatz 2 Verpflichteten. Pflichtfeld Nr. 2 verlangt Name und Anschrift des Erzeugers.
- Konformität für noch nicht anwendbare Anforderungen erklärt. Die Kriterien der Recyclingfähigkeit (Artikel 6 Absätze 2 und 3), der Rezyklatanteil (Artikel 7 Absatz 1) und die harmonisierte Kennzeichnung (Artikel 12 Absatz 1) sind am 12. August 2026 noch nicht anwendbar. Wer sie pauschal mitbescheinigt, erklärt etwas, das er zum Stichtag weder nachweisen muss noch belastbar nachweisen kann; zudem sind die zuständigen Behörden nach Artikel 39 Absatz 5 bestrebt, die Richtigkeit von zumindest einem Teil der Konformitätserklärungen pro Jahr nach einem risikobasierten Ansatz zu kontrollieren.
- Falscher Anhang referenziert. Die Konformitätserklärung folgt Anhang VIII; die technische Dokumentation Anhang VII. Beide werden häufig verwechselt. Eine Erklärung, die auf Anhang VII aufgebaut ist, erfüllt die formalen Anforderungen nicht.
- Rolle des Bevollmächtigten überdehnt. Ein Bevollmächtigter hält die Erklärung und die technische Dokumentation für die Behörden bereit. Die Erstellung der technischen Dokumentation und die Pflichten aus Artikel 15 Absatz 1 können ihm nach Artikel 17 nicht übertragen werden.
- Eine Erklärung für mehrere Verpackungsarten. Anhang VII Nummer 4 verlangt eine Erklärung je Verpackungsart, aus der hervorgehen muss, für welche Verpackung sie ausgestellt wurde. Eine Erklärung für „alle Kartonverpackungen" ohne produktspezifische Kennung erfüllt weder das noch Pflichtfeld Nr. 1.
- CE-Kennzeichnung angebracht. Verpackungen sind nach der PPWR nicht CE-kennzeichnungspflichtig. Ein CE-Zeichen auf Basis dieser Erklärung wäre falsch.
Aufbewahrungspflicht und Sanktionen
Die Aufbewahrungspflicht ergibt sich unmittelbar aus Artikel 15 Absatz 3 der Verordnung (EU) 2025/40:
- Einwegverpackungen: fünf Jahre ab dem Tag des Inverkehrbringens der Verpackung.
- Wiederverwendbare Verpackungen: zehn Jahre ab dem Tag des Inverkehrbringens der Verpackung.
Aufzubewahren sind sowohl die Konformitätserklärung selbst als auch die technische Dokumentation nach Anhang VII. Auf begründetes Verlangen der nationalen Behörde sind die einschlägigen Unterlagen innerhalb von zehn Tagen vorzulegen (Artikel 15 Absatz 10).
Zur Kontrolle: Nach Artikel 39 Absatz 5 sind die zuständigen Behörden bestrebt, jährlich zumindest einen Teil der Konformitätserklärungen risikobasiert auf ihre Richtigkeit zu prüfen.
Bei den Sanktionen ist Zurückhaltung geboten. Artikel 68 Absatz 1 verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis zum 12. Februar 2027 Vorschriften über wirksame, verhältnismäßige und abschreckende Sanktionen zu erlassen. Geldbußen schreibt Artikel 68 Absatz 2 ausdrücklich nur für Verstöße gegen die Artikel 24 bis 29 vor — nicht für die Konformitätserklärung. In Deutschland ist am 12. August 2026 das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) vom 13. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 207) in Kraft getreten. Ordnungswidrig handelt danach unter anderem, wer entgegen Artikel 15 Absatz 2 ein Konformitätsbewertungsverfahren nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig durchführt oder durchführen lässt oder die dort genannte Dokumentation nicht ordnungsgemäß erstellt, und wer die Dokumentation oder die EU-Konformitätserklärung entgegen Artikel 15 Absatz 3 nicht oder nicht für die vorgeschriebene Dauer aufbewahrt (§ 66 Absatz 2 Nummer 3 und 4 VerpackDG). Dafür sieht § 66 Absatz 3 VerpackDG eine Geldbuße bis zu zehntausend Euro vor; wer einer vollziehbaren Anordnung nach Artikel 62 Absatz 2 zuwiderhandelt, riskiert bis zu hunderttausend Euro (§ 66 Absatz 2 Nummer 37, Absatz 3). Diese Bußgeldtatbestände des § 66 Absatz 2 sind allerdings nach § 68 Absatz 17 VerpackDG erst ab dem 12. Februar 2027 anzuwenden.
Die praktisch wichtigste Folge ist ohnehin nicht das Bußgeld, sondern der Marktzugang: Ohne belastbare Konformitätserklärung und technische Dokumentation fehlt die Grundlage, die Verpackung rechtmäßig in Verkehr zu bringen. Eine nicht oder nicht korrekt ausgestellte Konformitätserklärung ist eine formale Nichtkonformität (Artikel 62 Absatz 1); besteht sie fort, untersagt der Mitgliedstaat die Bereitstellung der Verpackungen auf dem Markt oder sorgt dafür, dass sie zurückgerufen oder vom Markt genommen werden (Artikel 62 Absatz 2).
Häufig gestellte Fragen
Gilt die Konformitätserklärungspflicht auch für kleine Unternehmen?
Die Verordnung (EU) 2025/40 sieht für die Konformitätserklärung keine Ausnahme nach Unternehmensgröße vor. Die Pflicht trifft jeden Erzeuger, der Verpackungen auf dem EU-Markt in Verkehr bringt — unabhängig davon, ob es sich um ein KMU oder einen Konzern handelt. Bei Kleinstunternehmen verschiebt die Verordnung aber, wer Erzeuger ist: Lässt ein Kleinstunternehmen im Sinne der Empfehlung 2003/361/EG Verpackungen unter eigenem Namen oder eigener Marke entwickeln oder herstellen, ist der Lieferant der Verpackungen der Erzeuger und stellt damit die Erklärung aus, wenn er im selben Mitgliedstaat ansässig ist (Artikel 3 Absatz 1 Nummer 13 Buchstabe b); für die Zwecke von Artikel 15 verlangt dessen Absatz 12 nur, dass der Lieferant in der Union ansässig ist.
Wer stellt die Erklärung aus — der Erzeuger oder der Hersteller?
Der Erzeuger. Nach Artikel 3 Absatz 1 Nummer 13 PPWR ist das, wer die Verpackung oder das verpackte Produkt herstellt oder unter eigenem Namen bzw. eigener Marke entwickeln oder herstellen lässt. Der Begriff „Hersteller" bezeichnet in der PPWR nach Artikel 3 Absatz 1 Nummer 15 dagegen jeden Erzeuger, Importeur oder Vertreiber, der Verpackungen in einem Mitgliedstaat erstmals bereitstellt — das ist die Rolle der erweiterten Herstellerverantwortung, wie man sie aus dem VerpackG kennt. Für die Konformitätserklärung ist allein der Erzeuger zuständig; Anhang VIII Nummer 3 spricht von seiner alleinigen Verantwortung.
Gibt es eine amtliche Vorlage für die Konformitätserklärung?
Das Muster steht in Anhang VIII der Verordnung (EU) 2025/40: acht nummerierte Punkte und der Unterschriftenblock. Ein amtliches Formular zum Herunterladen gibt es darüber hinaus nicht. DPP-Tool bietet eine kostenlose Vorlage in Word und PDF, die den Aufbau von Anhang VIII mit Ausfüllhinweisen wiedergibt.
Muss für jede einzelne Verpackung eine eigene Erklärung erstellt werden?
Nicht für jedes physische Stück, aber für jeden Verpackungstyp. Anhang VII Nummer 4 verlangt eine Erklärung je Verpackungsart, ohne den Begriff näher zu bestimmen; vorsichtig ist, Varianten mit abweichender Materialzusammensetzung oder abweichendem Aufbau als eigene Verpackungsarten zu behandeln. Bei Material- oder Designveränderungen, die die Konformität beeinflussen, ist die Bewertung nach Artikel 38 zu wiederholen und die Erklärung zu aktualisieren. Unternehmen mit großem Verpackungsportfolio sollten früh einen skalierbaren Prozess einrichten — der PPWR-Dokument-Generator unterstützt Massenerstellung.
Was ist der Unterschied zwischen Konformitätserklärung (Anhang VIII) und technischer Dokumentation (Anhang VII)?
Die Konformitätserklärung nach Anhang VIII ist das nach außen gerichtete Dokument, das die Konformität bestätigt. Die technische Dokumentation nach Anhang VII ist der interne Nachweis — Materialprüfungen, Zeichnungen, Berechnungen —, der die Aussagen der Erklärung belegt. Nach Artikel 15 Absatz 2 entsteht die technische Dokumentation zuerst, die Erklärung stützt sich auf sie. Die Dokumentation muss nicht beigefügt, aber auf Anfrage der Behörde vorgelegt werden können.
Muss die Erklärung auf Deutsch abgefasst sein?
Artikel 39 Absatz 2 bestimmt, dass die Erklärung in der oder den Sprachen abzufassen oder zu übersetzen ist, die der Mitgliedstaat vorschreibt, in dem die Verpackung in Verkehr gebracht oder bereitgestellt wird. Maßgeblich ist also die Sprachvorgabe des jeweiligen Mitgliedstaats. Deutschland hat sie in § 62 des Verpackungsrecht-Durchführungsgesetzes (VerpackDG) geregelt, das seit dem 12. August 2026 gilt: Eine unterzeichnete Version der EU-Konformitätserklärung muss „nach Wahl des Herstellers entweder in deutscher oder englischer Sprache vorgehalten werden" und ist auf Verlangen der zuständigen Behörde in die deutsche Sprache zu übersetzen. Das Gesetz spricht hier vom Hersteller, obwohl die Erklärung nach Artikel 15 Absatz 2 PPWR der Erzeuger ausstellt. Bei Vertrieb in mehreren Mitgliedstaaten gelten deren jeweilige Sprachvorgaben.
Ab wann gilt die PPWR-Konformitätserklärungspflicht, und gibt es eine Übergangsfrist?
Die Verordnung (EU) 2025/40 ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und gilt nach Artikel 71 ab dem 12. August 2026. Für die Erklärungspflicht selbst gibt es keine Schonfrist: Wer ab diesem Tag als Erzeuger Verpackungen in Verkehr bringt, muss die Erklärung ausstellen können. Gestaffelt sind dagegen die materiellen Anforderungen, auf die sich die Erklärung bezieht — Kompostierbarkeit ab dem 12. Februar 2028, Kennzeichnung nicht vor dem 12. August 2028, Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteil nicht vor dem 1. Januar 2030. Verpackungen, die vor dem Geltungsbeginn der jeweiligen Anforderung bereits in Verkehr gebracht wurden und sich in Lagerbeständen befinden, müssen diese Anforderungen nicht erfüllen (Erwägungsgrund 14).
Die PPWR gilt seit 12. August 2026 — was muss ich jetzt tun?
Seit dem 12. August 2026 sind die Schwermetall- und PFAS-Grenzwerte anwendbar (Artikel 5); nach dem Wortlaut der Verordnung auch das Verbot von Doppelwänden, falschen Böden und unnötigen Schichten (Artikel 10 Absatz 2), das die Kommission erst ab dem 1. Januar 2030 für anwendbar hält, sowie, soweit einschlägig, die Anforderungen für wiederverwendbare Verpackungen (Artikel 11). Nach der Handreichung der Kommission für kleine Unternehmen (Oktober 2026) muss die Erklärung derzeit nur Artikel 5 abdecken. Für die Konformitätserklärungspflicht gibt es keine Schonfrist. Erstellen Sie jetzt die technische Dokumentation nach Anhang VII für alle betroffenen Verpackungstypen und stellen Sie anschließend die Erklärung nach Anhang VIII aus. Der PPWR-Dokument-Generator von DPP-Tool unterstützt Sie dabei in wenigen Minuten (49 € je Erklärung).